15.07. Wetzcon 2015

by SpielxPress Mahara

Vom 14. bis 15. Januar 1956 fand in Wetzlar der erste deutsche Science Fiction Con statt. Jetzt, 60 Jahre später, veranstaltete der Science Fiction Club Deutschland vom 3. bis 5. Juli ebenda seinen Jahrescon 2015.

Die sechzig Jahre SFCD e. V. sollten in einem ganz besonderen Rahmen gefeiert werden. So bot es sich natürlich an, den Veranstaltungsort Wetzlar mit dem ersten Con 1956 und dem Jahrescon 2015 zu verbinden. Zudem bietet Wetzlar mit Europas größter Phantastik Bibliothek einen wunderbaren örtlichen Rahmen, der geradezu für dieses Treffen geschaffen ist. Wo sonst könnte man, inmitten von 260.000 gebundenen Büchern, Taschenbüchern, Leihbüchern, Comics, Heftromanen etc. stilvoller eine Convention veranstalten?

Dabei sind die Veranstaltungen des SFCD dafür bekannt, dass sie mit einem Programm zwischen Science und Science Fiction glänzen. Kein Wunder, wenn daher im Programm wissenschaftliche Vorträge gleichberechtigt neben Zukunftsträumen platziert sind.

 

Die Ehrengäste

Die künstlerische Note dieser Convention setzte der 1962 in Wien geborene Karikaturist und Zeichner Reinhard Habeck. Seine Bilder hingen in den Räumlichkeiten und waren Ziel vieler neugieriger Augen, die nicht nur das Bild als Ganzes erfassen wollten, sondern auch das Augenmerk auf die Einzelheiten warfen, denn bei Reinhard Habek kommt es ein ums andere Mal auch darauf an. Er ist sehr vielseitig und gerade mit seinem Rüsselmops besonders der Perry Rhodan Fangemeinde bekannt. Außerhalb dieser Gemeinschaft ist er u.a. mit dem Buch »Da lacht ganz Österreich« bekannt geworden, wo er seine Landsleute kräftig auf die Schippe nimmt.

Er ist von Beruf ausgebildeter Vermessungstechniker, gab seinen erlernten Beruf jedoch 1987 auf. Seitdem arbeitet er als freiberuflicher Cartoonist, Buchillustrator und Schriftsteller. Sein erstes Sachbuch „Licht für den Pharao“, gemeinsam mit dem 2005 verstorbenen Autor Peter Krassa geschrieben, erschien 1982 in einem Luxemburger Verlag. „Licht für den Pharao“ sorgte gleich nach Erscheinen für große Aufregung. Es ging darum zu beweisen, dass es bereits in vorchristlicher Zeit möglich war, künstliche Lichtquellen zu nutzen, die nicht auf Basis der Fackel oder ähnlicher Lichtquellen funktionierten. Weitere Bücher und Artikel veröffentlichte er in der nationalen und internationalen Medienlandschaft, die sich wissenschaftlich, aber auch spekulativ mit ungewöhnlichen Phänomenen der bzw. in der Vergangenheit auseinandersetzten.

Der zweite Ehrengast war Andreas Eschbach. Er ist ein deutscher Schriftsteller, der 1959 geboren wurde, in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik studierte und als Unternehmer und Softwareentwickler arbeitete bis er 1995 mit seinem grandiosen Roman „Die Haarteppichknüpfer“ zum Schriftsteller wurde. Sein erster Bestseller war jedoch das im Bastei Lübbe Verlag erschienene Buch „Das Jesus Video“ im Jahr 1998, das ein paar Jahre später erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt wurde. Die Grundidee dahinter ist eine Zeitreise in das Jahr von Jesus Christus, die Geschichte spielt aber zur Gänze in der Gegenwart.

Wolf von Witting ist der dritte Ehrengast. Geboren am 14. November 1959, im gleichen Jahr wie Andreas Eschbach, aber zwei Monate später, ist er das, was man einen Berufs-Fan nennen könnte. Wie viele andere seiner Altersklasse begann er in frühen Jahren, sich mit der Science Fiction auseinander zu setzen.

Weitere Ehrengäste waren die Gewinner des Deutschen Science Fiction Preises Eva Strasser & Markus Orths.

Der samstägliche Programmpunkt, der besonders interessant war, stellte die Führung durch die Bibliothek von Maren Bonacker dar. Immer wieder ändert die Bibliothek ihr Aussehen, Nicht in großen, sondern in kleinen Dingen. Da gibt es ein Drachen- und Ritterzimmer, ein Zimmer nur für Jules Verne oder gar das Raritätenzimmer. Die 260.000 Exemplare finden Platz, nicht unbedingt alle sofort greifbar, aber doch übersichtlich. Doch täglich kommen neue Bücher hinzu, etwa wenn man zum Con gleich vier Kisten als Spende unter dem Arm hat oder regelmäßig von Kleinverlagen und Selbstherausgeber Belegexemplare zusendet werden. Ein weiterer Programmpunkt war das literarische Quintett, nach dem Programmplan, aber dann doch nur als Quartett. Und das Quartett konnte mich überraschen, denn Fatous Staub von Christian Mähr aus dem Jahr 1991 kannte ich noch nicht. Andere Programmpunkte sah ich zum Teil, denn es liefen manchmal zeitgleich drei verschiedene Veranstaltungen.

 

Deutsche Science Fiction Preis

Und damit sind wir auch bereits bei den Preisen, die der Deutsche Science Fiction Club vergibt. Da ist zuerst der Deutsche Science Fiction Preis, der diesjährig zum 30sten Mal vergeben wurde.

Die Sieger sind:

Markus Orths "Alpha & Omega: Apokalypse für Anfänger"    Bester Roman

Eva Strasser "Knox" erschien in "Tiefraumphasen" (Begedia)  beste Kurzgeschichte

 

Curt-Siodmak-Preis

Der Curt-Siodmak-Preis ist der zweite Preis, den der SFCD auslobt und steht für die Auswahl des besten Films und der besten Fernsehserie im Bereich der Science Fiction. Er wird jährlich vergeben. Die erste Abstimmungswelle erfolgt über das Internet und auf dem jeweiligen Con werden noch Fragebögen zum Ankreuzen verteilt, um auf diese Weise eine große Abstimmungsgemeinschaft zu erreichen. Jeder kann sich daran beteiligen. Damit ist auch dieser Preis ein Publikumspreis. Auf dem SFCD-Con wurde das Ergebnis zuerst bekannt gegeben.

In der Kategorie Film gewann „Guardians of the Galaxy“ mit etwas mehr als einem Viertel der Stimmen. Bei den Fernsehserien zementiert „Dr. Who“ weiterhin seinen Ausnahmestatus, dicht gefolgt von Platz zwei, „Marvel‘s Agents of S.H.I.E.L.D.“.