15.02 Der Preis der Sterne Band 1 und 2 | Die Kommandantin | Racheschwur

by SpielxPress Mahara

Band 1 Die Kommandantin

Zwischen den Sternen warten Freiheit, Abenteuer - und Tod! Mit dieser Aussage kann man schnell und sicher eine spannende Weltraumsaga erwarten. In dieser Hinsicht bleibt das Autorenpaar Debra Doyle und James MacDonald den Lesern nichts schuldig. Wer jetzt aber etwas vollkommen Eigenständiges erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden.

Beka Rosselin-Metadis ist die Tochter der Herrscherin der Galaxis, ihr Vater ein ehemaliger Schmuggler und nun höchster General der Galaxis. So weit sind die Handlungspersonen nicht besonders originell. Das gilt aber auch für den Start, denn Beka will nichts mit der Stellung der Mutter zu tun haben und auch der Vater ist nicht ganz glücklich darüber, dass Beka als Raumpilotin unterwegs ist. Aber immerhin, er schenkt ihr sein altes Raumschiff.
Die Handlung, die zuerst recht gemächlich begann, wird an der Stelle spannend, als es heisst, dass Bekas Mutter getötet wurde und sie ihre Nachfolgerin wird. Genau das will sie nicht - die Stellung ihre Mutter übernehmen. Ihr Vater hingegen verpflichtet sie, die Nachforschungen nach den Attentätern zu beginnen. Nicht etwa die Polizei oder ein Geheimdienst, nein, die Tochter. Auch im Verlauf der Handlung wird nicht ganz klar, ob offizielle Stellen die Ermittlungen aufgenommen haben. Kaum ist die Situation klar, wird Beka zum Ziel von Attentätern, wird aber von einem anderen Mann gerettet, als man auf sie schiesst. Den Fremden nimmt sie wie selbstverständlich mit auf ihr Schiff, vertraut sich ihm und seinem seltsamen Gehabe an. Letztlich täuschen sie den Absturz ihres Schiffes vor, können den Vater jedoch nicht täuschen, weil die Überreste des abgestürzten Raumschiffes nicht die modifizierten Triebwerke der Warhammer besitzt. Ihr Begleiter, den sie Professor nennt, weil er sich nicht vorstellt, wirkt durchaus vertrauenswürdig, Beka hingegen naiv, dass sie einfach jemandem vertraut, von dem sie der Ansicht ist, von ihm schon mal gehört zu haben.

Der Roman erinnert mich sehr an Star Wars mit seinen Adepten (Jedi-ähnlich), der Warhammer, bei der ich immer an den Millenium-Falcon denken muss, die Mutter in der Rolle der Leia Organa, der Vater alias Han Solo und vieles mehr. Es ist so, als würde STAR WARS mit der nächsten Generation weitergeführt. Neben Beka gibt es noch zwei Brüder, die die anderen Handlungsstränge dominieren. Das Buch ist durchaus spannend, aber die unterschwellige STAR WARS Adaption erschwerte mir das Lesen immer wieder. Abgesehen von einigen logischen Fehlern, die ein guter Lektor hätte finden müssen (im Original), ist der Roman empfehlenswert. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt, denn neugierig bin ich doch geworden.

Band 2 Racheschwur

Beka Rosselin-Metadi ist jemand, der sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Wenn man ihr jedoch einen Freifahrtschein zur Hölle mit dem kostenlosen Übergang vom Leben zum Tod anbietet, ist sie weder amüsiert noch daran interessiert. Im Gegenteil, sie kann sehr nachtragend sein. So hat sie noch eine Rechnung mit einem der Attentäter offen. Die Attentäter hatten ihre Mutter ermordet und zogen es vor, sich einer Bestrafung durch Flucht zu entziehen. Nun ist einer dieser Attentäter über die Grenze geflohen und wähnt sich bei den verfeindeten Magelords in einer (zugegeben trügerischen) Sicherheit. Beka Rosselin-Metadi zeichnet sich jedoch durch ein gewisses Maß an Hartnäckigkeit aus. Mutig verlässt sie vertraute Gebiete und folgt dem Attentäter hinter die feindlichen Linien. Ihr kleiner Frachter, ausgestattet mit einigen kleinen, fast unwesentlichen Verbesserungen namens Warhammer leistet ihr dabei gute Dienste. Mit ihrem Copiloten Nyls Jessan fliegt sie hinter ihm her. Nach und nach ergibt sich für Beka jedoch ein ganz neues Bild der Lage. Es stellt sich heraus, dass die Ränkespiele und Verschwörungen ein größeres Ausmaß besitzen. Als Beka klar wird, was auf sie zukommt, muss sie eine Warnung loswerden. Und wer ist dazu besser als Empfänger geeignet als der eigene Vater? Vor allem, wenn dieser ein General ist. Mit den äußerst beunruhigenden Nachrichten sucht sie ihren Vater, General Jos Metadi auf, um ihn vor einer neuen Bedrohung zu warnen.

In der Fortsetzung von „The Prince of Stars: Die Kommandantin“ legen die beiden Autoren bei der Space Opera mit Military-SF-Einschlag noch ein wenig an Tempo zu. Die Handlung wird schneller und spannender. Als Folgeroman lässt er nicht etwa in der Spannung nach, um dann im nächsten Buch erst zum großen Endschlag gegen die Feinde der Handlungsträger auszuholen, sondern treibt die Handlung weiter voran. Die Figuren, die die Haupthandlung ausmachen, wurden sehr gut dargestellt und man fühlt sich sofort mitten im Geschehen. So ist es aber nicht unbedingt Beka, die sich besonders in den Vordergrund stellend bemerkbar macht, sondern eher Nyls Jessan, mit dem sich der Rezensent am ehesten identifiziert. Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken sehr wirklichkeitsnah. Die britische Erstauflage erschien vor fast zwanzig Jahren, 1993. Da sonst alles Mögliche übersetzt wird, fragt man sich, wie konnte die Geschichte dem deutschen Markt so lange vorenthalten werden? Neben den beiden Schiffsmitgliedern der Warhammer finden sich in Bekas Familie noch ihre Brüder und natürlich ihr Vater, die Teile der Handlung dominieren. Ein wenig störend ist für mich die Nähe zu STAR WARS, aber ansonsten ist die Reihe sehr unterhaltsam. Hoffen wir, dass Blanvalet weitere Bücher des Autorenduos veröffentlicht.

[ESc]

Der Preis der Sterne Band 1
Die Kommandantin
Autor: Debra Doyle und James MacDonald
Originaltitel: the price of stars (1992)     
Übersetzung: Wolfgang Thon
Titelbild: Dave Seeley
Blanvalet Verlag 
540 Seiten
ISBN: 978-3-442-26817-7 (TB mit Klappbroschur)

Bewertung 3/5

Der Preis der Sterne 2. Band
Racheschwur
Autor: Debra Doyle und James D. MacDonald
Originaltitel: starpilot's grave (1993)     
Übersetzung: Wolfgang Thon
Titelbild: Dave Seeley
Blanvalet Verlag
526 Seiten
ISBN: 978-3-442-26848-1 (TB)

Bewertung 3/5

der, Preis, Spielxpress, Sterne