15.01 World of Warcraft: revisited Teil 4

by SpielxPress Mahara

Tagebucheintrag 4 -  Jänner 2015

Die letzten Wochen waren mit „leveln“ und „sammeln“ ausgefüllt. Wir haben inzwischen sechs unserer Alter Egos auf Level 100 gebracht und diese – anstatt sich zu freuen und dem Müßiggang nachzugeben – verursachen nichts als Arbeit. Wieso? Lest einfach weiter.

Das Auslernen (Level 100) war relativ leicht. Wenn man erst mal die Technik von Draenor verstanden hat, schluckt man jeden Tag einen bis zwei Level. Von 97 auf 100 geht es in knapp fünf Spielstunden. Das ist … etwas überraschend und schnell. Das ist sogar so schnell, dass man mit jedem Kollegen nicht mal die ganze Karte sieht und zumindest die Epic finalisiert. So schön das auf den ersten Blick aussieht, so schlecht wirkt es sich auf die Gemeinschaft aus. Viele menschliche Kollegen langweilen sich und kommen dabei auf die verrücktesten Ideen. Doch dazu später mehr.

Die ersten Raids und Dungeons haben wir auch bereits erkundet. Die Orientierung ist nun ganz einfach (alle Raids und Dungeons besitzen ja inzwischen Karten – so kann sich keiner mehr verlaufen – wäre hätte sich das zu Kara-Zeiten noch getraut darauf zu hoffen?). Auch das automatische Anmeldesystem hilft Spielern ohne große Gilde im Rücken. Zur Primetime auf deutschen Servern hat man in ca. 20 – 30 Minuten eine Raid, in ca. 10 Minuten einen Dungeon und in ca. 5 Minuten einen Battleground. Das sind absolut vertretbare Werte und macht Laune.

Das Sammeln von Rohstoffen ist zur Zeit etwas kaputt geplant worden. Alle Garnisonen erzeugen nun Rohstoffe, die Preise für Pflanzen und Erze fallen ins Bodenlose. Alle können diverse Crafts ausüben, ohne erst mühsam von unten hochleveln zu müssen. Einige Crafts können sogar nebenbei von 1 weg in der Garnison gelernt werden. Damit geht den Craftern ein wenig ihrer Exklusivität verloren. Zusätzlich wurde auch eingeführt, dass man lediglich drei verschiedene Spielergecraftete Items besitzen darf, was die Crafts weiter abwertet. Viele Handwerker sind richtig frustriert – da sollte sich Blizzard rasch etwas einfallen lassen.

Dafür wurden manche Sammelbereiche wieder erleichtert. So war es anfangs fast unmöglich Tiere in speziellen Fallen zu fangen, da sich die Mistviecher immer wieder aus dem Bereich der Falle rausdrehten und oft fing sich der Fallensteller dann selbst. Was auf den ersten Blick wie die Idee von Tierschützern aussieht, war lediglich etwas verbuggt. Inzwischen geht das Fallenstellen ganz prima und auch die epischen Tiere können leicht eingefangen werden. Damit hat sich die Situation im Bereich der Blutzutaten (welche aus den epischen Tieren gewonnen werden können) für diverse Rezepte entscheidend entschärft.

Die normalen PvP-Punkte regnet es Dank Ashara und dem Krieger-Sanktum haufenweise und manchmal weiß man gar nicht wohin damit. Schließlich kann man nur maximal 4000 Punkte speichern. Da ist es gut, dass man Dungeonsiegel auch mit den PvP-Punkten kaufen kann und einerseits damit Würfelzusatzchancen für Raids bekommt und andererseits die Punkte nicht wegwerfen muss. In Bezug auf die hochstufigen PvP-Punkte (Conquest) ist man sich bei Blizzard scheinbar nicht ganz einig. Es gibt Tage, da fallen sie gut und es gibt Tage da geht gar nix. Entweder ist die Chance sie zu bekommen  so prekär, oder man dreht kontinuierlich dran um die richtige Einstellung zu finden. Auf jeden Fall gibt es jetzt schon jede Menge an Spielern mit den höchsten PvP-Ausrüstungen, die sich in  Ashara bei den Side-Quests verdient haben. Generell verlagert sich momentan das Hauptstraßen-Gemetzel zwischen Allies und Horde in Ashara hin zu den Side-Quests, was ein etwas angenehmeres Spielen ermöglich – auf jeden Fall für unsere Grafikkarten, die unter der Masse der vielen Texturen schon ziemlich gestöhnt haben.

Momentan warten wir auf die Eröffnung weiterer Raiddungeons und hoffen noch weitere Kollegen auf 100 zu ziehen. Die tägliche Garnisonsquest wird langsam etwas langweilig und wenn mal das neue Jahr wieder so richtig Einzug gehalten hat, wird dafür auch weniger Zeit sein. Schade. Apropos Schade: Pandaria ist inzwischen ziemlich tot. Die Raids wurden mit dem Erscheinen von Draenor aus dem Anmeldemodus entfernt und wenn man die alten Dungeons noch machen will, muss man sich direkt hinbegeben. Da damit keine automatischen Raids mehr zustande kommen, sind die Geschichten rund um die Befreiung von Orgrimmar inzwischen ziemlich aussichtslos – sofern man keine Gildenraid erwischt.

Es bleibt nun abzuwarten, wie viele Spieler der zuletzt gemeldeten 10 Millionen Spieler auch noch im Februar angemeldet bleiben. Vielleicht fällt jetzt die Zahl wieder stark ab und die Aussteiger hoffen dann auf das nächste AddOn, welches wohl nicht 2015 eintreffen wird. Mal sehen – wir bleiben dran.

+ Cinematische Szenen
+ personal housing
+ Neuer Kontinent
+ Missionen der Follower

- Craftingsystem läuft noch nicht rund
- Wenn die Garnison ausfällt, fehlt zentrales Element des Spiels
- Leveln geht etwas zu schnell

4 / 5

World of Warcraft: Draenor ist die insgesamt 5. Erweiterung pünktlich zum 10. Geburtstag von World of Warcraft.

Bis Oktober 2014 war die Abozahl der Spieler nach offiziellen Zahlen auf 6 Millionen gesunken; mit dem AddOn konnte man sich wieder auf 10 Millionen verbessern. Mal sehen, wie lange das anhält.

Mi diesem AddOn sollte das Spielprinzip gestrafft, die Klassen zwar einfacher zu spielen sein - aber trotzdem am Spielspaß nichts verloren gehen.